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Wie Corona das Nachrichten-Leseverhalten ändert

Gesellschaftlich, wirtschaftlich, politisch und auch in Tech haben sich seit 2020 neue Trends etabliert, Altes war so nicht mehr möglich, und musste überdacht werden. Ein Kommentar unseres CEOs David Böhm zum Einfluss von Covid-19 auf eine Branche, die in der Pandemie nicht wichtiger hätte sein können: Nachrichten.


Eine der derzeit wohl am häufigsten gestellten Fragen: Was bleibt von unseren neuen Gewohnheiten, wenn die Pandemie eines Tages vorbei ist? Treffen wir uns weiterhin mit Freunden in Videocalls? Werden wir beruflich weniger reisen als früher und viele Meetings weiterhin online abhalten? Wird Online-Shopping die Normalität bleiben? Alles berechtigte Fragen. Vermutungen kann man anstellen, aber wirklich abschätzen können wir die langfristigen Auswirkungen der Corona-Krise noch nicht. In manchen Bereichen hat sie gravierende Veränderungen und Einschnitte in unser tägliches Leben gebracht. In anderen hat sie Trends, die bereits da waren, massiv beschleunigt. Videocalls waren schon vor der Krise ein häufig genutztes Mittel, um schnelle Abstimmungen mit weiter entfernten Personen effizient abzuwickeln. Aber nur für eine kleine Bevölkerungsgruppe. Wie ein Flächenbrand hat sich im Frühling 2020 in der Gesamtbevölkerung das Videotelefonieren ausgebreitet. Die Frage ist seither nur mehr, was nehmen wir? Zoom, Teams, Skype, Whereby, - sind wir uns ehrlich, wir kennen sie alle.




Das neue Nachrichten-Leseverhalten


Ähnlich über uns hereingebrochen ist ein plötzliches Bedürfnis, informiert zu sein. News zu Corona, so aktuell wie möglich: Gefühlt waren innerhalb weniger Tage sämtliche Nachrichten ausschließlich zusammenhängend mit Corona. Und die Gesamtbevölkerung wollte alles wissen. Vom staatlichen Fernsehen, von den live-übertragenen Pressekonferenzen, von den Webseiten der Zeitungsverlage und natürlich alle Gerüchte aus Facebook, Whatsapp und allen anderen sozialen Kanälen. Hauptsache, man war zuerst dran, und schon wurde es in den Freundesgruppen geteilt. Man könnte es zusammenfassen als eine Begeisterung für ein persönlich extrem relevantes Thema. In diesem Fall ist die tatsächliche Begeisterung endlich, aber niemanden hat in den ersten Wochen der Pandemie das Thema Corona kalt gelassen. Alles musste schnell gehen, neueste Informationen waren wie ein Status-Symbol. Viele, viele Quellen wurden verfolgt. Zeitungen und TV-Sender kombiniert mit allen Social Media Quellen. Und alles digital – eben, weil sich Nachrichten „Just in Time“ verbreitet haben und am nächsten Tag schon wieder veraltet waren. Die Schwierigkeit: zu unterscheiden, wo etwas herkommt, was glaubt man, was stimmt, was sind Vermutungen und Gerüchte, was sogar bewusste Falschmeldungen oder Manipulationen? Es war eine Extremsituation. Und dieses News-Verhalten war ein Phänomen das in einer Extremsituation erst diese Ausmaße annehmen konnte. Die Extremsituation hat aber nur verstärkt und somit eindeutiger aufgezeigt, was heute bereits Normalität ist:


  • Menschen informieren sich digital.

  • Sie nutzen verschiedene digitale Geräte dazu.

  • Sie kombinieren klassische Medien und Social-Media-Quellen.

  • Sie wollen wichtige Informationen zuerst haben, und sind stolz, wenn sie diese zuerst weiterteilen können.

  • Sie haben viele verschiedene News-Quellen zum gleichen Thema.

  • Sie wollen definitiv nichts Wichtiges verpassen.

  • Sie haben Themen, wo sie kurzfristig oder langfristig ein erhöhtes Interesse haben, sich oft auch dafür begeistern, und bei denen der News- Bedarf deutlich höher ist, als bei anderen, allgemeinen Themen.

Nichts davon wird nach der Pandemie verschwinden. Dieses News-Verhalten ist zeitgemäß, es ist auch logisch nachvollziehbar, und es ist bereits gelernte Normalität, die weiter zunehmen wird. Die Frage ist, wer macht für diese Bedürfnisse der User:innen das beste Angebot? Wer schafft das Produkt, das genau diese Bedürfnisse adressiert, und den User:innen das beste Erlebnis dabei bietet? Wer ist überhaupt in der Lage, ein derartiges Angebot zu entwickeln? Der klassische Zeitungsverlag sagt jetzt: Wir! Wir sind ja digital bereits toll aufgestellt, und die Zahlen zeigen eindeutig nach oben. Sämtliche User:innen sagen: das wird wohl Facebook, Google, Instagram, TikTok, Snapchat, Twitter, etc. sein.



Meine klare These: der einzelne Zeitungsverlag wird es nicht sein. Es ist schlichtweg nicht möglich, diesen Service und dieses Erlebnis auf Basis eines einzelnen Mediums zu liefern, und auch technisch und finanziell völliger Unsinn. Logisch wären Google und Facebook. Und die Branche steuert auch munter auf eine noch größere Abhängigkeit von diesen Playern zu. Tatsächlich werden wir aber in Europa eine eigene Lösung auf die Straße bringen. Wir werden sie noch im Frühling, also in wenigen Wochen, präsentieren.



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